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Regie führt Rolandas Kazlas:
„Heureka! Ich hab’s gefunden! Hier ist ein Autor, der wirklich Aufmerksamkeit und höchsten Respekt verdient!“ – Das war meine erste Reaktion, als ich Robert Walser, diesen Schweizer Schriftsteller von außergewöhnlichem Talent und außergewöhnlichem Schicksal, kennenlernte. Und nach der Lektüre seines Romans „Der Spaziergang“, der von Rūta Jonynaitė brillant ins Litauische übersetzt wurde, erkannte ich, dass er ein wahrer Schatz und ein Geschenk für die Theaterbühne, die Schauspieler und das Publikum ist. Ein so heller und verspielter, schmerzhafter und humorvoller, freier und weiser „Walser’scher“ Blick und eine ebensolche Sprache sind vielleicht genau das, was der Mensch heute am meisten braucht, und gleichzeitig auch ich selbst als Schauspieler und Regisseur.
Ich lade alle zu einem letzten Spaziergang auf dem „Walk“ ein.
„Ein Spaziergang“ ist wohl die bekannteste Kurzgeschichte des Schweizer Schriftstellers Robert Walser. Robert Walser, 1878 in Biel geboren, war ein überempfindlicher Mann, der sein Leben lang von seinen inneren Dämonen geplagt wurde. Er starb 1956, nachdem er Jahrzehnte still und zurückgezogen in einer psychiatrischen Klinik verbracht hatte, vergessen von der Öffentlichkeit und der Literaturwelt. Erst in den 1970er-Jahren wurde er wiederentdeckt, obwohl seine unverwechselbare, poetische Prosa bereits von Robert Musil, Franz Kafka, Walter Benjamin und Hermann Hesse bewundert worden war.
„Ein Spaziergang“, erstmals 1917 veröffentlicht, wurde vom Schweizer Literaturkritiker Eduard Korrodis als „ein heiteres kleines Meisterwerk: eine Entschuldigung für einen fleißigen Müßiggänger, den gewöhnliche Leute einen Dichter nennen“ gefeiert“, schreibt Rūta Jonynaitė, die Übersetzerin der Kurzgeschichte „Ein Spaziergang“.
Autor, Regisseur und Begleiter der Produktion „The Walk“ ist Rolandas Kazlas.
Zwei weitere Wanderer – Audronis Rūkas und Dainius Tarutis.
Bühnen- und Kostümbildnerin – Elvita Brazdylytė.